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Juli 2, 2009

Sommerakademie 2009

Diese Woche war für viele Schüler der Höhepunkt des Jahres die letzte Schulwoche vor den Sommerferien – die Woche der Sommerakademie. Nicht nur das Wetter war umwerfend sonnig, auch die positive Gesamtstimmung und das Gemeinschaftsgefühl rund um die Mathematik war wieder einmal ein besonderes Erlebnis.

Die Gruppenspiele am Anfang der Akadmie, die eigentlich nur für die Kleinen angesetzt waren, wurden auch teilweise von 7/8 begeistert besucht, die alle nach dem ersten Vortrag endlich mal Leute kennen lernen wollten.

Während vormittags in zwei Unterrichtseinheiten die Mathematik, ihre Schönheit, aber auch Wettbewerbstraining, im Vordergrund stand, war das nachmittägliche Rahmenprogramm bunt durchmischt: Mathematische Vorträge und Wettbewerbe, Chor und Orchester, Sport und Spiel: Die Großen waren wie jedes Jahr auf der Niers paddeln, diesmal mit Sonnenschein, und die Niers kam öfter ins Kanu und die Teilnehmer in die Niers – also eine gelungene Paddelaktion mit ganz viel Platsch 😉

Wie jedes Jahr gab es einen Salsa-Tanzkurs und Freitag Abend wurde dann für 150 Leute gegrillt – mit arg krassen Regeln um das Chaos des letzten Jahres zu vermeiden: Der Würstchenbote (ein 5-Klässler) wurde meistens überfallen, bevor er mit den Würstchen in die Nähe des Buffets kam. Anschließend das Lagerfeuer, das auch den gewittrigen Abend vergessen ließ, und so richtig tolles Lagerfeuer-Feeling: Heißer Feuerschein im Gesicht und gemeinsam Lieder, von einer Gitarre begleitet, gesungen. Gemeinschaft. Und nachher dann gewartet, bis die Glut verglüht.

Auch Nachtspaziergänge boten sich bei dem weitläufigem Wald an, seltsame Vögel waren zu hören und ich war/bin überzeugt gewesen Wildschweine gehört zu haben, sehr zur Belustigung der Anderen.

Bei der Gruselwanderung haben mich die Gruselgeschichten nicht weiter gestört, nur so generell schreckhaft war ich schon ;), war also auch eine tolle Gruselwanderung quer durchs Unterholz – mit nachher vielen trotz langer Hosen verzeckten Teilnehmern.

Beim Schwimmen war auch der Außenbereich des Spaßbades endlich wieder einmal offen – der Baggersee. Während das Spaßbad innendrin hoffnungslos überfüllt war (könnte auch an den 100 Leuten von uns gelegen haben) war der See herrlich kühl und erfrischend.

Das Samstagabend Highlight war eindeutig „Schlag den Wambach“ – eine geniale Neuauflage von einer ähnlich heißenden Fernsehsendung mit coolen Spielen, wie Zahnpasta-Wettdrücken und Vornamen von Mathematikern wissen.

Sonntagabend dann die Taizè-Andacht, zum ersten Mal gibt es ein derartiges Angebot und der Chor übt auch dafür Taizè-Lieder. Letztendlich kommen zwar außer dem Chor nicht viele Teilnehmer, nur eine handvoll, aber trotzdem entsteht in der Kapelle eine tolle Stimmung. Auch wenn sich zeigt, dass die Andacht eigentlich für das falsche Publikum angeboten wurde und manche die schon in Taizè waren, die Liederauswahl nicht mochten und meinten, es wäre keine echte Taizé-Andacht gewesen, mir hat das richtig gut getan. Vor allem die Stille zwischendurch, Stille  inmitten einer Woche Chaos, Stille und Zeit für Gott und sich selber.

Die ganze Woche endete mit unserem bunten Abend, ein dreistündiges buntes Programm, das bewies, das Mathematiker viel mehr können, als nur Mathematik: Nämlich Singen, Musizieren, Jonglieren, Einrad fahren, Diabolo spielen, Sketche und Comedy aufführen, lustige Spiele zwischendurch zur Auflockerung (hat die Schüler oder die Dozentengruppe schneller eine Pyramide gebaut? Und welche ist mehr wert? – die der Dozenten, Menschenpyramide war eindeutig cooler), Improvisationstheater, ein Rap, unsere Hymne, das Kranenburglied, dass um zwei Strophen erweitert wurde zu Ehren der Studentin, die vor 12 Jahren als Schülerin anfing, und seitdem bis heute die Sommerakademie maßgeblich gestaltet hat, einfach weil sie „alles“ konnte und immer und überall mit anpackte. Und dabei wurde mir einfach noch mal krass die Begrenztheit dieser Gemeinschaft klar, die doch einfach jedes Jahr was ganz besonderes ist: Alters- und Jahrgangsstufenübergreifend, Schüler, Lehrer und Studentenübergreifend, Gemeinschaft ohne Vorbehalt. Vor allem sind einfach viele Schüler dabei, die daheim in ihren Klassen und im Schulsystem so wie es ist, generell anecken. Gerade diesen kann man so viel geben und zeigen, dass es auch Orte gibt, wo sie als Ganzes und auch mit ihren Interessen für Mathematik etc. akzeptiert werden.

In Kranenburg wurd‘ wieder Mathe gemacht.
Sommerakademie!
Gerechnet, gesungen, gespielt und gelacht.
Sommerakademie!
Da steht der Herr Wambach, der wieder einmal betont:
„Für glückliche Gesichter hat sich der Stress gelohnt!“

Für mich ist Sommerakademie nicht nur eine Zeit, sondern ein Gefühl und eine Stimmung, ein Gefühl von Sommer und Freiheit und Glücklichsein.

Mai 11, 2009

Kunst? Verpackungsmüll? Spielerei?

Filed under: Alles,Mathematik,Schule — Julchen @ 2:13 pm

 Was ist das?

mathematikmoddell.JPG

Ein Mathematikmodell zum Erklären von irgendwelchen Geradengleichungen und Schnittpunkten 😉

April 14, 2009

Mottowoche

Filed under: Alles,Lebendig,Persönliches,Schule — Julchen @ 9:12 pm

Nie wieder Schule. Nie wieder langweiligen Unterricht durch unpassende Lachkrämpfe interessanter gestalten, nie wieder sich nach dem Pausenklingeln sehnen, nie wieder unverhoffte Freistunden haben, nie wieder sich über ungerechte Benotungen aufregen oder freuen, nie wieder…

Neun Jahre lang hab ich auf diesen Moment gewartet – und die letzten zwei Schuljahre nur noch das ständige Näherrücken verdrängt und die Zeit genossen.

Abschied nehmen ist schwer. Vor allem ist mir diese Schule in den zwei Jahren derart ans Herz gewachsen, und diese zwei schönsten Jahre meiner Schulzeit werde ich nie vergessen :)

Und trotzdem ist es auch gerade  deshalb wichtig, Zeit zum Abschied nehmen zu haben: Die Mottowoche. Als Außenstehender sieht man nur die 13er, die sich jedes Jahr zum Affem machen; als 13er fühlt und erfährt man den Sinn der Mottowoche: All den Blödsinn machen, den man schon immer mal machen wollte, in den unmöglichsten Outfits zur Schule kommen und einfach Abschied feiern.

Noch ein letztes Mal Gemeinschaft erleben, mit all den anderen, während sich der Rest über die verrückten 13er lustig macht und sie beneidet. Gemeinsam in der Sonne sitzen.

Gemeinsam Sonnenstich und Sonnenbrand ertragen, gemeinsam Eis und Kuchen und Süßzweug mampfen, gemeinsam lachen und wissen, dass das Ende – die Prüfungen- stetig näher rückt. Das Ende, das zugleich ein neuer Anfang, ein Neuanfang, ist.

ABI 09 – YES, WE CAN!

März 6, 2009

Vorabi fertig.

Filed under: Alles,Schule — Julchen @ 3:55 pm

Keine Klausuren mehr und so. Und noch 8 Wochen bis zum Abi. Wie die Zeit vergeht…

November 16, 2008

Ikea-Bleisitfte

Filed under: Alles,Lebendig,Schule — Julchen @ 7:29 pm

A: Hey, willst Du nicht noch Ikea-Bleistifte?

B: Wieso sollte ich?

A: Weil umsonst. Und weil man sie vernünftig beschreiben kann.

B: Ok. Das ist ein Argument.

Oktober 9, 2008

Wahrscheinlichkeiten

Filed under: Alles,Lebendig,Mathematik,Persönliches,Philosophisches,Schule — Julchen @ 2:07 pm

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit,dass sich Person A und Person B während einer vierstünden Klausur zufällig auf dem Klo zu treffen ?

Eine vierstündige Klausur enthält 4*45min=180 min. Der Einfachkeit halber gehen wir davon aus, dass ein Klogang 5 min braucht. Es gibt also 180/5=36 Möglichkeiten. Diese können jetzt allerdings noch verschoben sein, dann haben wir 36*4=144 Möglichkeiten. Je 4 Zyklen überlappen einander, die Wahrscheinlichketi sich zufällig zu treffen beträgt also etwa 4/144 =2,7%.

Wir haben es jedenfalls geschafft, und festgestellt, dass der andere einem auch nicht helfen konnte 😉

September 28, 2008

Fahrtenrückblicke des Sommers

Filed under: Alles,Lebendig,Mathematik,Persönliches,Schule — Julchen @ 4:21 pm

Es wird kalt, die ersten Blätter werden bunt und vom Wind von den Bäumen gezerrt und davon geweht. Die ersten Herbsttage sind gekommen, ich kann den Winter sogar schon riechen. Und damit geht dieser Sommer endgültig zu Ende. Ein Sommer, indem ich so viel unterwegs war, wie noch keinen zuvor, und nun habe Zeit alles noch einmal Revue passieren zu lassen.

JMC. Der Junior Mathematical Congress, bei dem Ich direkt einmal feststellen durfte wie eingerostet meine Englischkenntnisse über den Sommer waren, fand in Jena statt. Aber zweifelsohne war es eine ganz besondere Woche, in der Mathematikbegeisterte aus ganz Europa spannnende Themen der Mathematik vorstellten und in der zahlreicheFreundschaften zustande gekommen sind. Nebenbei wurde noch Jena besichtigt und bei einer Mathe-Rayllee hatten wir alle viel Spaß. Die Unterkunft, eine Plattenbaujudendherberge, war ganz okay, und das Wetter sommerlich. So konnte abends noch eine Wanderung um Jena herum stattfinden, bei der wir direkt bemerken konnten, wir bergig der Thüringer Wald doch war. Beim MathFilm-Festival sahen wir drei richtig tolle Filme – Flatland, N is a Number und MESH. Und am letzten Abend wurde Abschied gefeiert, denn Europa ist doch ziemlich groß…

SoAk. Da hatte man sich gerade einmal an die Schule und den Alltag gewohnt, schon kam die nächste besondere Woche, die Sommerakademie Mathematik, die sich wie schon so viele Jahre zuvor, zu einer spannenden Woche mit Mathematik, guten Freunden und schlechtem Wetter entwickelte….

London 08. Nach einer weiteren Woche Schule dann die Stufenfahrt nach London. Da ich schon einmal in London gewesen war, hatte ich die Möglichkeit diesmal die Stadt ganz ohne „Sightseeing Stress“ zu genießen und auf mich wirken zu lassen. Einfach mal einen Abend an die Themse setzen und ganz gemütlich quatschen und frieren, und feststellen, dass London nicht nur ziemlich teuer ist, sondern dass in den Pubs auch das Alter ordentlich kontrolliert wird….

Juni 24, 2008

And the winner is…

Filed under: Alles,Lebendig,Mathematik,Persönliches,Schule — Julchen @ 11:55 am

Gewonnen beim OTW 2008. Die letzte Chance erfolgreich genutzt.

Sieg bedarf keiner Erklärung, Niederlage erlaubt keine.

Juni 19, 2008

Zentralabitur

Filed under: Alles,Gesellschaftskritisches,Schule — Julchen @ 8:00 pm

Zentrale Prüfungen sollen eine Qualitätssicherung sein. Schulen sollen vergleichbar werden, um damit auch das Abitur gleichwertiger zu machen. Doch wer garantiert Qualität, wenn die Umsetzung scheitert? Angst vor zentralisierter Bildungspolitik. In die Breite und nicht nach Vorne. Kein Fortschritt. Stillstand trotz Veränderung.

NRW hat Zentralabitur. Und das nicht erst seit diesem Jahr. (Sondern seit letztem.) Wobei wirklich zentral ist auch das Zentralabitur nicht, nämlich nur NRW-weit zentral, die Klausuren werdem nicht von der gleichen Person korrigiert und auch die Schüler, die Lehrer von ganz unterschiedlicher Qualität haben, blicken dieser Prüfung mehr oder minder gut vorbereitet entgegen. Obwohl sich sicherlich jede Lehrkraft bemüht, ihren Kurs optimal vorzubereiten. Trotzdem: Echt zentral ist hier gar nix, alles ist bestenfalls eine gute Approximation.

Denn eine einheitliche Bildungspolitik für ganz Deutschland scheint nicht vertretbar zu sein, es ist unmöglich für Sachsen, Bayern und NRW und die anderen Bundesländer die gleichen Richtlinien festzulegen, die gleichen Schulbücher zu drucken und die gleichen Prüfungen zu erstellen. Denn die Angst vor der längst vergangenen Zentralisierung im 3. Reich sitzt immer noch tief, und so wird so wenig wie möglich zentralisiert. Zwar erhöht sich die Anzahl der Arbeitsplätze in der Schulpolitik natürlich um ein Vielfaches, aber das ist ja auch wenn es um unnötig gemachte Arbeit geht, erstmal durchweg positiv.

Schüler werden also zentral geprüft, doch wer prüft Lehrer zentral und in regelmäßigen Abständen auf ihre Kompetenz? Auch das würde zur Qualitätssicherung in Schulen beitragen, die schließlich seit PISA besonders wichtig geworden ist. Und nun sollen zentrale Prüfungen – Lernstandserhebungen, Abschlussprüfungen und Zentralabitur – uns weiter helfen um genau zu analysieren, wer was nicht kann. Manche Schulen nehmen es jedoch vor allem bei den erst genannten Prüfungen mit der Aufsicht nicht ganz so genau, um ein schlechtes Abschneiden der Schüler zu verhindern werden bei Pfuschversuchen lieber alle Augen zugedrückt.

Und so haben wir jetzt einen Haufen von Vorschriften für das Abitur, ein breitgefächertes Spektrum an Möglichkeiten, doch das allein macht noch keinen Fortschritt aus. Natürlich hat das Zentralabitur auch seine positiven Seiten, wenn es sie auch manchmal sehr gut verstecken kann: Es muss nicht mehr jeder Lehrer seine eigenen Aufgaben erstellen (weniger Arbeitaufwand), und Schüler fühlen sich vielleicht gerechter behandelt. Vielleicht. Denn ein Zentralabitur, das wiederholt werden darf unter bestimmten Bedingungen, ist nicht mehr gerecht. Und falls wemauchimmer nächstes Jahr sonstwas nicht passt, dann will der auch neuschreiben. Und warum sollte man ihm das verweigern? Da hat jemand Angst vor Konfrontation und steht nicht hinter den Aufgaben und macht sich dadurch unglaubwürdig und angreifbar. Schließlich kann man selbst fehlerhafte Aufgaben bearbeiten, wenn man vor lauter Rechentechniken den Sinn fürs logische Denken noch nicht verloren hat.

Juni 3, 2008

Die Bahn macht mobil – The Bahn makes mobil – Le Bahn fait mobilment

Sie sind unternehmungslustig?
Sie sind umweltbewußt?
Sie sind kontaktfreudig?
Fahren Sie mit der Bahn und ihre Wünsche werden in Erfüllung gehen…

Voller Vorfreude auf stinkende und klapprige S- und Regionalbahnen, Baujahr 1979, stehen Sie am Bahnhof. Der Fahrkartenautomat weigert sich, ihre Geldscheine zu schlucken, und auch die EC-Karte scheint ihm nicht zu schmecken. Sie geraten in Panik – noch zwei Minuten bis Ihr Zug kommt. Endlich haben Sie es geschafft, sich eine Fahrkarte zu kaufen; über den Preis wollen wir erst gar nicht sprechen. Doch von ihrem Zug ist nichts zu sehen. Prima. Ihr Tag fängt ja schon gut an. Und warum? Weil sie auf das deutsche Dienstleistungsunternehmen mit dem schlechtesten Ruf angewiesen sind.

Sie warten auf dem kalten Bahnsteig und erfahren nichts über den Verbleib ihres Zuges, die Bundesbahn gibt schließlich keine Informationen an so unwichtige und minderwertige Kreaturen wie Kunden weiter. Nachdem Sie genau sieben Minuten und sechsunddreißig Sekunden gewartet haben, sehen Sie ihre Regionalbahn in der Ferne auftauchen. Sofort dürfen Sie feststellen, das die Deutsche Bahn doch viel liebenswürdiger ist, als Sie bisher angenommen haben und sich auch noch rührend um ihre Gesundheit sorgt: Diesmal müssen sie zwar ausnahmsweise nicht den Bahnsteig wechseln, nicht treppauf, treppab rennen, es kommt viel besser: Ihr Zug rast durch den Bahnhof, ihre mitleidenden Mitreisenden bleiben starr vor Schreck stehen und blicken entsetzt dem sehnsüchtig erwarteten Zug hinterher. Doch zum Glück überlegt es sich der Lokführer nun doch noch anders und bremst: Die letzte Tür des hintersten Wagens bleibt gerade noch am Bahnsteig stehen. Begeistert dürfen Sie los sprinten – den ganzen langen Bahnsteig entlang – um dann im Ziel zu hören: „ Ja wird’s mal? Wir haben sowieso schon Verspätung!“. Als ob das nicht allgemein bekannt wäre. Sie können schließlich nichts dafür, dass der Lokführer heute arbeiten muss und nicht weiter streiken darf. Aber: Gemeinsames Fluchen fördert die Solidarität der Bahnfahrer, die sich mittlerweile pudelwohl fühlen: Die Zugtüren lassen sich nur unter immensen Kraftaufwand öffnen und die Abteiltüren gehen wenn es ihnen beliebt selbstständig auf und zu. In der Nähe der Toilette ist ein enorm hoher Anteil übelriechender Geruchspartikel vorhanden und der Boden geflutet. Auf gut Deutsch: Sie sitzen in einer fahrenden Kloschüssel. Da kommen doch Glücksgefühle auf!

Ein junger Ausländer brüllt in sein Handy, ein Hopper übt sich in Lärmverschmutzung mit Gestottere aus minderqualitativen Lautsprechern, kurz gesagt, die Atmosphäre ist perfekt.

Andererseits: Sie wollten schon immer seltsame Menschen kennen lernen und interessante Gespräche führen? Nein, nicht etwa im Theater oder einem anderen kulturell wertvollem Ort ist ihnen dies möglich, sondern in der Bundesbahn. Wo sonst können sie einen geschniegelten Anzugtypen, der mit seinem I-Pod der neusten Generation Tokio Hotel hört, treffen? Oder die Konfrontation der beiden wenig intellektuell begabten Tussen, deren Wortschatz auf „chillen“ und „ey Alter“ begrenzt ist, mit einem konservativen, älteren Herren, live mitbekommen?

Beim nächsten Umsteigen erleben Sie eine Überraschung – nicht das ihr Zug auf einmal pünktlich wäre, aber sie werden informiert: Aus alten knarzenden Lautsprechern kommen Durchsagen, die sie einem Herzinfarkt nahe bringen. Die Spannung steigt, während Sie in absoluten unnötigen Informationsbergen zu ertrinken drohen:

Aufgrund einer Signalstörung…
Bitte was ist eine Signalstörung? Und warum ist die Deutsche Bahn nicht in der Lage ihre Signale vernünftig zu warten? Oder handelt es sich hierbei etwa um eine billige Standardausrede? Hat der Schrankenwärter in der Eifel zu langsam gekurbelt, kommt der Zug wegen einer Signalstörung zu spät….

…wird der ICE 527 von Dortmund, Abfahrt 6:23 Uhr nach Garmisch
Partenkirchen, Ankunft 13:32 über Köln, Frankfurt, München planmäßige Abfahrtszeit 8:48 an Gleis 7…

Im Ernst?! Eigentlich Sind sie ja schon in der Lage einen Fahrplan zu lesen; oder?

…wenige Minuten später eintreffen…
Herrlich, endlich einmal eine konkrete Angabe. Sie sind gerettet.

…Wir bitten um ihr Verständnis…
Verständnis? Also, bei aller Liebe, wenn es eines gibt, was ein Bahnfahrer in diesem Moment nicht hat, dann Verständnis.

So sehen sie erst nach einem ereignisreichen Tag ein, dass die Bahn mobil macht – und zwar ausschließlich die Kunden, die auf geeignetere Fortbewegungsmittel wie Autos, Fahrräder und Bobbycars ausweichen müssen.

Edit: Literaturkursaufführung überstanden 😉

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