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Juni 18, 2009

Känguruhs in Berlin

Filed under: Alles,Lebendig,Persönliches — Julchen @ 5:28 pm

Meine dritte Fahrt in die Hauptstadt, die auch nicht auf die typische Touristerei ausgerichte war, sondern auf Bildung, da es im Rahmen von Känguru stazttfand. Unterbringung im AiportHotel in Berlin-Adlershof in 4-Bett-Zimmern (wusste gar nit das es sowas gibt) (das Hotel liegt übrigens relativ ruhig – nicht direkt am Flughafen, nicht in der Einflugschneise und 30min Sbahnfahrt von Berlin-Mitte entfernt. Also waren wir ziemlich weit außerhalb untergebracht und hatten abends auch nicht den Nerv nach Berlin reinzufahren.

Das ganze begann dann Samstagabend mit der „Langen Nacht der Wissenschaften“ – alle möglichen Universitäten und Forschungseinrichtungen, Unikliniken ect. hatten geöffnet, und zwischendurch waren echt interessante Stände zu finden: An der einen Stelle konnte man Blüten essen (schmeckt komisch), woanders neuentwickelte Sonnenmilch /Shampoo/Creme mitnehmen, und wieder woanders Emotionen testen: Vorm PC mit Kamera auf Befehl lustig, traurig, wütend, geekelt gucken und der PC wertete dann aus, inwieweit das gelungen ist. Ich weiß jetzt, dass ich wenn ich neutral gucken will, das fast nie schaffe ;)
Weiterhin war dort ein Video (von Ivar Smedstad) zusehen, das richtig beeindruckend war: Unbewegte Bilder von 43 Frauen zwischen 3 Monaten und 93 Jahren wurden hintereinander/ineinander gemorpht, so dass der Identitätswechesel nie wahrzunehmen war und das ganze übergangslos erschien. Sehr genial gemacht.

Am nächsten Tag Berlin im Schnelldurchlauf – einmal mit Führung alle wichtigen Stationen abklappern und dazu coole Storys erzählt bekommen, sehr genial und sehr lebendig.
Nachmittags dann das Deutsche Technische Museum besucht, und zwar dort die Mathema (Wechselausstellung) – Mathematik zum anfassen, Symmetrien bauen, Roulette spielen (und verlieren) und ganz viele tolle Sachen, ganz genial – und das Spectrum mit Physik zum Anfassen. Auch toll =)
Abends waren wir dann in der schaubühne und haben uns „Hedda Gabler“ angeguckt – eine verdammt coole und authentische Inszenierung.

Montag in Potsdam: Vormittags Telegrafenberg (Außenstelle und außeruniversitäre Forschungsinstitute sind da, vorallem für die Geowissenschaften (Alles was mti unserer Erde zu tun hat), Klimforschung, Meeresforschung und Astrophysik). Da haben wir dann mit Magnetometern (messen Magnetfeld der Erde) Messungen durchgeführt und ausgewertet, und gelernt, dass die Nähe zur Stadt diese Messungen verfäscht.
Nachmittags das holländische Viertel von Potsdam besichtigt, eine Schokolade getrunken (oder gelöffelt, kein Kakao, einfach flüssige Schokolade, zu cool) und im Regen Sansouci angeguckt und dann zurück nach Berlin gefahren.

Dienstag in Berlin-Adlershof das DLR (Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum) besichtigt und ein paar Experimente zur Schwerkraft / Bildbestimmung gesehen und nachmitags einen Vortrag über Verschlüsselung (elliptische Kurven) gehört, im Institut für Kristallforschung Kristalle und Kristallzüchtungsmaschinen besichtung und dann noch BESSY II angeguckt: Einen Elektronenspeicherring – da wird Röntgenstrahlung erzeugt und dann wird mit dieser erzeugenden Strahlung experimentiert. Sieht krass aus. Ist aber super laut da, auch wenn das Ding nicht in Betrieb ist, wär mir als Arbeitsplatz zu laut.

Mittwoch dann noch was zur Humbold-Uni selbst erzählt bekommen, und mal mit Führung übern Campus und durch die Bibliothek gegangen, schon hübsch da ;) Und dann Abreise.

Fazit: Sehr coole Tage in Berlin, wenn auch anstrengend. Abends aufem Hotelzimmer gemeinsam Geselschaftsspiele gespielt (ausm Känguru-Archiv, die ham sehr viele Spiele^^) – z.B. 4 gewinnt in 3D. Sehr genial. Und gemeinsam gesungen, einer hatte ’ne Gittare und Liederbücher mit. War ’ne sehr tolle Stimmung.

Juni 8, 2009

14. TUMMS

Filed under: Alles — Julchen @ 8:20 pm

Nach einer etwas längeren Anreise und einer privaten Stadttour durch München begann dann das 14. TUMMS-Programm der TU-München – mit dem Bezug der Zimmer und einem anschließendem Spaziergang zum Stammgelände, dem innerstädtischen Teil der TU, wo die Begrüßung stattfand. Der Abend war mit Kennenlernspielen wie Matthias mag Milch, Patrick mag PC, Christoph Chips, Lisa lacht gern, Melanie mag Musik, Anja ist Äpfel, Marie mag Mathe, Simone Saxophon,…, Daniel Düsentrieb gefüllt.
Der nächste Tag begann wie auch alle anderen mit einem ganz ausgiebigen Frühstück mit prima heißer Schokolade und richtig schlechtem Kaffee – und natürlich mit Semmeln ;).
Dann die „Reise“ zu der Uni im Grünen – und die Besichtigung der Rutsche im Foyer, die sich nicht aufs Angucken beschränkte: 3 Etagen auf einem Teppich runter Rutschen macht Brandlöcher im Teppich und Wind im Gesicht – für das Kind im Erwachsenen :).
Es folgte eine LA II Vorlesung, ein Mittagessen in der Mensa und ein Vortrag über Quantenmechanik, der zwar extra nur für uns gehalten wurde, aber dennoch schwieriger zu verstehen und deutlich komplizierter war als die LA II Vorlesung des Vormittags.
Der Freitag Vormittag stand ganz im Zeichen der Optimierung  – erst der Vortrag, dann selber am PC rumprobieren, nachvollziehen und Probleme lösen. Und am Nachmittag war dann der total geniale Ausflug zum Chiemsee (Kiemsee gesprochen. Weil der Bayer auch Kemie und Kinsa sagt;) ), der zwar ziemlich kalt war, was uns jedoch nicht vom Planschen und Schwimmen abhielt. Völkerball. Federball, Frisbee waren schließlich die besten Möglichkeiten um wieder warm zu werden. Doch auch die Kultur kam bei diesem Ausflug nicht zu kurz; wir wurden durch Schloss Herrenchiemsee geführt, das König Ludwig II als „perfektes“ Versailles erbauen wollte – mit Spiegelsaal und kopierten Versailler Gemälden. Da der König bereits durch Schloss Linderhof und Schloss Neuschwanstein den bayrischen Staatshaushalt ruiniert hatte, hat es dann beim Schloss Herrenchiemsee nicht mehr für einen Nord- und Südflügel gereicht, aber nichts desto trotz war dieser Prunk und Größenwahnsinn beeindruckend. Ein ganz toller Tag am Chiemsee, Abendessen mit Blick auf den See und im Hintergrund Berge – die gebannte landschaftliche Schönheit an einem Fleck.
Samstag war Math-Boj-Tag, und am Abend gab es zwei Gewinner-Teams, was natürlich auch gebührend in einer urigen Studentenkneipe gefeiert werden musste. 😉 (Ich wollte schon immer mal einen Math-boj als Käp’tän gewinnen ;)).
Während der ganzen Tage wurde wir super betreut von Studenten, Diplomanden und Doktoranden der Mathematik, Physik oder anderer technischer Fächer und hatten so immer konkrete Ansprechspartner für alle möglichen Fragen, die stets ausführlich antworteten und eine eigene Freude am Fach vermittelten, so dass die eigene Vorfreude aufs Studium begann.
Dabei stand jedoch stets die Schönheit der Fächer im Vordergrund, die Besonderheiten /Vorteile der TU kamen untergründig durch, aber wirksam 😉 – Eine tolle Uni in einer tollen Stadt mit toller Betreuung – dort zu studieren oder dorthin nach dem Bachelor zu wechseln, wäre mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit ziemlich cool :).

Juni 1, 2009

Buskampagne für Atheismus

Filed under: Alles,Gesellschaftskritisches,Lebendig,Philosophisches — Julchen @ 1:45 pm

Diese „Buskampagne“ tourt jetzt durch Deutschland, nachdem hier in den meißten Städten die Verkehrsvertriebe sich weigerten mit einer solchen „Werbung“ durch die Stadt zu fahren.


Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott!

Lediglich in Essen fahren so plakatierte Busse rum, während in Großbritannien z.B. mehr als 800 Busse seit Anfang des Jahres durch London und Umgebung fahren.

Die Kampagnenstarter fragen sich jetzt natürlich zu Recht, warum ihre Werbung abgelehnt wird, warum religiöse Inhalte beworben werden dürfen, und andere Weltanschauungen nicht. Wo die Toleranz bleibt.
Anderseits: Wird jetzt schon begonnen für den Atheismus zu missionieren? Zwangsmission mal anders?

Dortmund jedenfalls hat sich wohl gedacht „Angriff ist die beste Verteidigung“ (Ausschnitt aus dem Zeit-Interview mit Philipp Möller,28,Grundschullehrer, Gründer der Kampagne):

Zitat:
ZEITmagazin: Und die Stadt Dortmund hat Ihrer Kampagne gleich Busse vorausgeschickt mit dem Slogan: „Keine Sorge, es gibt Gott“. Möller: Während wir dort abgelehnt wurden, darf ein solcher Bus fahren. Da hat man wohl die richtigen Männer an den richtigen Positionen. Dabei sind im Grundgesetz Weltanschauungen und Religionen gleichberechtigt. Da mache ich mir schon Gedanken über die Säkularität in diesem Land.

Wie viel Aufmerksamkeit/Wirkung erzielt die Kampagne überhaupt? Wird sie durch den Zusatz „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ (schließlich ist auch Gottes Nicht-Existenz nicht beweisbar) zu lasch?

Regt sie wenigstens zur Diskussion oder zum Nachdenken an? Gehört sie verboten?
Oder sehen nur die Verkehrsbetriebe das so kritisch und steht da in Wirklichkeit kaum einer hinter? Ist die Werbung auf den Bussen vielleicht ganz egal?

Ich persönlich bin auch der Meinung, das man das ganze echt gelassen sehen kann – wie es auch sowohl vom Zentralrat der Juden als auch von Priestern in Essen gesehen wird:

Zitat:
„Gott ist tot‘, sagt Nietzsche, ‚Nietzsche ist tot‘, sagt Gott.“

Und auf der Spendenseite findet man sogar jemand, der sich Christ nennt, einen 1 Euro gespendet hat (wahrscheinlich nur) um folgende Nachricht zu hinterlassen:

Zitat:
Werbepsychologisch gesehen zieht ihr mit eurer Buskampagne die Aufmerksamkeit nicht etwa von GOTT weg, sondern auf ihn hin. Durchaus unterstützenswert…

Was haltet ihr von dem ganzen?
Das gesamte ZEIT-Interview
und die Seite der Buskampagne