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August 31, 2009

Erwachsen werden

Wir sollen groß sein und Verständnis haben, auch wenn wir noch ganz klein sind. Wir müssen Erwachsen werden, das erste Mal einen Vertrag unterzeichnen, Bewerbungsgespräche führen, ein Konto eröffnen, wählen gehen.
Aber Erwachsen werden heißt nicht sich anpassen, das Ich aufzugeben, sondern Verantwortung zu übernehmen und Rechte zu erhalten.
Erwachsen werden geht nicht von heute auf morgen, schließlich ist 18 nur das Alter der Volljährigkeit.
Und wer dem Kind in sich nicht genug Platz zum Leben gibt, wird wohl nie Erwachsen werden…

August 26, 2009

Träume können platzen,

Filed under: Alles,Geschriebenes,Lebendig,Philosophisches — Julchen @ 4:55 pm

dann ist es wichtig, Schadensbegrenzung zu betreiben und besser, einen Traum aufzugeben um einen anderen zu ermöglichen als zwei Träume zu verlieren.

Manche Träume können in harten Zeiten den Durst nach Leben stillen, Träume halten uns über Wasser, auch wenn wir kurz vorm Ertrinken sind.

Träume verleihen Flügel – oder sind Bremsklötze auf unserem Lebensweg, wenn wir uns im falschen Augenblick an sie klammern. Oder es sind Bleiklötze, die uns unter Wasser ziehen, wenn wir vergessen, loszulassen.

Dem Himmel ganz nah

Fuß vor Fuß.  Schritt um Schritt weiter bergauf, durch Wiesen und Almen, erst durch Wald, über reißende Bergbäche, dann durch Schutt und Geröllhalden, an Gletschern, ewigem Eis und tiefblauen Seen vorbei.

Über uns der wolkenlose, blaue Himmel, die Berggipfel, die Freiheit. Im Gesicht die Wärme der Sonne, drumrum der kalte Wind.  Unter den Füßen die kargen Steinwüsten, die halt geben.

Riesengroße Natur, in der die Unbedeutsamkeit des Menschen deutlich wird. Irgendwo zwischen Himmel und Erde, ist der Mensch ganz klein. Dem Himmel ganz nah, sich Gottes Gegenwärtigkeit bewusst, überall am Wegrand offene Kapellen, Psalmen und Sprüche, Bibelzitatate oder ein einfaches, in einen Stall geritztes „Danke Jesus“.

Ich fühl mich in den Bergen wohl und frei und ganz nah bei Gott. Geborgenheit in unendlicher Freiheit.

August 25, 2009

Philosphie ist Lüge…

Filed under: Alles,Gesellschaftskritisches,Philosophisches — Julchen @ 11:44 am

und Filosofie sowieso. 

Denn sie ruft auf zum Wahrheit sehen durch objektives Betrachten von Situtationen und Gedanken, ohne dabei zu berücktsichtigen,  dass der Mensch als Mensch nur begrenzt, sehr begrenzt, objektiv sein kann. Völlige Objektivität zu beanspruchen ist falsch, ein jeder ist durch bestimmte Werte und Normen, kulturelle Erziehung und letzendlich auch durch sein Weltbild innerhalb eines gewissen Rahmens festgelegt.

Philosophie fordert dazu auf, andere Weltbilder kennen zu lernen, aber ohne gänzlich andere jemals als echte „wahre“ Alternative in Betracht zu ziehen. Denn wir sind, wie wir sind und können halt nicht aus unserer Haut. Wir belügen uns selbst in unserer Subjektivität.

Religion ist hierbei zumindest ehrlicher, man steht zu seinem subjektivem Weltbild, dass viele andere teilen, und behauptet gar nicht erst, dass dieses neutral ist. Weil es das nicht ist. Es gibt ja Gott.

August 24, 2009

Zelten an der Nahe

Filed under: Alles,Geschriebenes,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben — Julchen @ 10:53 pm

Bei brüllender Hitze steige ich in den RB nach Köln, der mäßig klimatisiert ist – nicht zu kalt und nicht zu warm. Nach kurzer Pause zum Umsteigen in Köln erfolgt die Weiterfahrt in einem uraltem IC nach Mainz, der gar nicht klimatisiert ist und die alte Rheinstrecke mit wunderbarer Aussicht entlang tuckert: Sämtliche Berge, Schlösser, die Loreley sowie Last- und Fährschiffe sind zu betrachten, während der Fahrtwind am offenem Fenster die Haare verwuschelt. In Mainz geht es dann erstmal zum Löwen, wo es nach einer herzlichen Begrüßung und Beschnuppern :P Deutschländer mit Kartoffelsalat zum Abendessen und einen Film (Minority Report) als Betthupferl gibt. Und vom Balkon sieht man Sonne über Mainz untergehen…
Der nächste Tag beginnt mit Kaffee und Brötchen zum Frühstück, dem Einkauf von Wasser und Apfelschorle bei Real zur Sicherung der Wasserversorgung während der folgenden Tage und dem Einpacken ins Auto, das durchaus eine mittelgroße Herausforderung darstellt: 3 Zelte, Gasflasche, Grill, Taschen, Decken, Isomatten, Geschirr, Gitarre, Schuhe, etc. – alles musste verstaut werden. Gegen Mittag gelang uns auch dieses Kunststück und wir brachen auf zum Zeltplatz, zur Nahe, den wir aufgrund des Nawis sogar recht schnell fanden. Dort zelteten wir letztlich auf einer fussballfeldgroßen Wiese, wo Begrenzungshecken Schatten spenden, nur dafür haben wir halt kein Wasser und kein Strom am Platz.
Allerdings hatten wir einen prima Kühlschrank – eine mit Wasser gefüllte Corverbox, in der die Temperatur teilweise auf 25° Celsius stieg. Aber immerhin war es im unserem Kühlschrank 12° kühler als die Lufttemperatur, so dass es immer kühle Getränke gab. Am ersten Abend grieschichen Salat mit Fleisch; und die Abendessenzubereitung erfolgte (zur voller Zufriedenheit aller) in der klassischen Rollenverteilung: Wir Mädels schnibbelten den Salat in die Spülschüssel, während die Kerle grillierten. Mit gemütlichem Beisammensein bei Tee im Licht der Fackeln beendeten wir diesen Tag unter klarem Sternenhimmel.
Brot, leicht angelaufene Margarine, Nutella, Marmelade, Tomatenmark, Kaffee und Tee zum Frühstück – bevor wir die Mittagshitze an und in der Nahe verbrachten.

Nachmittags flogen wir aus, nach Bad Sobernheim zum Barfusspfad – der mit einem Lehmmatschbecken =) begann und mit einer Wasserseilbahn bzw. einer Hängebrücke endete – und im Anschluss zogen wir los: Mit 4 Löffeln bewafffnet kauften wir eine große Packung Eis (Fürst-Pückler-Art), die wir in der Fußgängerzone sitzend verspeisten – unter neidischen, teils aber auch unverständlichen Blicken der Passanten. Später gibt es zum Abendbrot Nudeln mit Tomatensoße.
Am Donnerstag ist es schon morgens schier unerträglich heiß, wir besichtigen mittags ein altes Kupferbergwerk in Fischbach, mit einer sehr interessanten Führung; und tief im Innerem des Berges lässt sich die Hitze vergessen. Abends wird nach einem abkühlendem Bad in der Nahe gegrillt, und der Nachtwächter kommt vorbei und warnt uns vor dem aufziehendem Gewitter. Wir warten, führen Diskussionen (was passiert, wenn wir ein Loch bis zum Pazifik buddeln? Läuft das voll Wasser?“) gehen irgendwann schlafen, bis um zwei sind nur in der Ferne Blitze zu sehen (hames behauptet der Blitz gehe von unten nach oben, der Blitz tut aber beides ;) –wieder was gelernt) , erst um halb vier beginnt der Regen, das Donnern, der Wind. Wir folgen dem Rat des Nachtwächters und begeben uns ins Waschhaus. Doch ich hab schon vorher kalt geduscht: Das Wasser unseres Zeltvordaches hat sich über mich ergossen. Im Waschhaus warten wir das Schlimmste ab, der Nachtwächter bewacht die Nacht, und das größte Unwetter verschont uns: Kein Sturm, kein Hagel, nur Regen, und am nächsten Morgen ist unser Mädels-Zelt ein Planschbecken. Der Himmel ist immer noch bewölkt, es regnet, es nieselt und zwischendurch schüttet es. Es ist bereits Mittag, es gibt kein Kaffee, kein Tee, kein Frühstück. Die Isomatten schwimmen, die Schlafsäcke sind nass, zwar soll das Wetter besser werden, doch wir wollen jetzt trocknen, kochen, schlafen, essen, und zwar nicht in einem Planschbecken. Eine Tafel Schokolade ist Frühstück und Mittagessen in einem, vorne an der Rezeption trinken wir noch einen großen Kaffee (mit unverschämt viel Kakaopulver :D), zahlen unseren Platz und beginnen im Nieselregen unsere nassen Sachen einzupacken um nach Mainz zurück zufahren. Dort ist das Wetter besser, wir trocknen die Klamotten im trockner und auf dem Löwen-Balkon, spielen abends Wizzard und Skip-Bo und grillen mit dem Camping-Grill aufm Balkon. Urlaub auf Balkonien und so.
Am nächstem Morgen werden verschiedene (mehr oder weniger ) intelligente Fakten konstatiert:
1. hames lässt sich nicht gerne kitzeln und sagt immer „Nicht hier, nicht jetzt, nicht heute“.
2. hames ist der Herr des Grills.
3. Die Margarine, die Rama, verändert ihre Konsistenz und ihren Geschmack in Abhängigkeit von Zeit und Temperatur: Sie trennt sich in ihre Bestandteile auf, wird flüssig, läuft durchs Auto, wird bergig, wird wieder fest. Nach einiger Zeit weißt die Margarine eine nicht unerhebliche Fleischbeilage auf, es handelt sich hierbei um Margarine mit pflanzlichen Proteinen, oder um nichtvegetarische Margarine. Guten Appetit!
4. Der Kaffee wird von Tag zu Tag stärker. 5 EL / Liter sind trinkbar. Das, was obendrauf schwimmt ist kein Fett, das auf mangelnde Spülkenntnissee hinweist, sondern lediglich ein Zeichen für starken Kaffee.
5. Inkonsequent: Metaller, die keine schwarzen Brötchen essen. (by Momoko) :hehehehe:

Die letzten Urlaubstage verbringen wir mit Ligretto – Ligretto START, Ligretto STOP – spielen am Rheinufer Uno und Momo und ich stellen fest: Trotz extremer Unmusikalität lässt es sich gemeinsam singen, sobald der erste Lachkrampf, verursacht durch Kackophonie, überwunden ist. Und wer unmusikalisch ist, stört sich wenigstens nicht an einer total verstimmten Gitarre, alles hat seine Vorteile ;).
Der Sonntag beendet unseren Urlaub mit einem arg tollen Gottesdienst in der FeG Mainz und die Heimfahrt beginnt: Ich finde im Zug einen Sitzplatz in Fahrtrichtung, inmitten einer bechernden und futternden Seniorengruppe, die ihren Selbstgebrannten und ihre Klopfer großzügig im Abteil verteilt…Mainz-Koblenz-Bonn-Köln-Solingen-Zuhause.

August 10, 2009

Zwei Wochen Bergfeuer

Filed under: Alles,Blog,Geschriebenes,Lebendig,Persönliches,Spass am Leben — Julchen @ 9:04 pm

Am Samstag um 4:45 wachte ich nach nur drei Stunden Schlaf auf – bereit um mit dem ICE nach Süden, gen Schweiz, zu fahren. Köln, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Basel. Mittlerweile ist es Mittag geworden und am Horizont sind erste, schneebedeckte Gipfel zu sehen. Berge. Alpen. Mit ICs der Schweiz, die eher an deutsche Res erinnern geht es weiter, über Bern, Visp und Täsch nach Zermatt.
Unsere Ferienwohnung liegt weit -30min schnellen Schritts- über dem Ort und ist nur über einen schmalen Fußweg zu erreichen. Also schnappen wir uns den Gepäckkarren und ziehen mit diesem ins Dorf, zum Bahnhof. Da Zermatt autofreie Zone ist werden wir auf den schmalen Gassen nur von E-Autos überholt. Direkt am Bahnhof steht dann auch der große Supermarkt, wo wir erst einmal für die nächsten zwei Tage einkaufen. Mit all den Einkaufen und dem ganzen Gepäck brauchen wir nun bergauf deutlich länger – und genießen endlich angekommen, auf unserem Balkon den gigantischen Ausblick aufs Matterhorn.

Die nächsten Tage sind recht abwechslungsreich: Wir laufen nach Findeln, fahren mit der Gornergratbahn auf 3089m.ü.M hinauf und wandern über Riffelberg und Riffelalp bergab nach Zermatt (1600m ü. M.). Am nächsten Tag genießen wir auf unserem Balkon die Sonne, liegen herum, spielen Karten – Skat, Doppelkopf, Wizzard – und mampfen Kekse.
Die heutige Wanderung war eine Monstertour: Wir fahren hinauf zum Trockenem Steg (2939m), laufen drei Stunden nach Schwarzsee (2583m) und steigen hinab nach Furri (1867m).

Allerdings findet mein Vater eine Abkürzung, einen trampelpfad den Steilhang gerade hinab, und glaubt, dass wenn er diesen Weg zügig mit Rucksack schafft, wir das das auch hinbekommen. Ich weiß jetzt aber immerhin, dass ich so was in diesem Tempo nicht schaffe, dass ich den Hang generell schon verdammt steil fand und dass man seine Grenzen im Gebirge auch klar erkennen können muss.
Jedenfalls war ich nach dieser Tour komplett fertig und zwei Tage später sind meine Knie derart blau, als das ich wohl oder übel zu Hause bleiben muss. Aber immerhin hab ich vom Balkon eine prima Aussicht auf die Berge, werde braun und blond und weiß nun, dass es nichts bringt die Füße parallel zum Berg beim Hinabsteigen zu haben. Der Berg sieht zwar weniger monströs aus, aber die Knie sind diese Art von Belastung noch weniger gewohnt und können sie so noch schlechter ab.
Tags darauf lassen wir es wieder eher ruhig angehen – wandern zum Almdörfchen Blatten durch die Gornergorge (Gornerschlucht) – beeindruckende Wassermengen fließen durch die Schlucht, die man auf schmalen Steigen durchquert. In Blatten ist der Ricola-Kräuter-Garten mit einer lustigen Rallye zu den ganzen verschiedenen Kräutern: Pfefferminze, Orangenminze, Thymian, Salbei, Holunder, Ehrenpreis, Spitzwegerich und vielen mehr.
Sonntag und Montag ist draußen eine einzige trübe Wolkensuppe. Es regnet, die Wolken wabern umher und die Berge sind verschwunden. Das Matterhorn taucht ab und an aus den Wolken auf – mit einer frisch gepuderten Spitze.
Erst ab Dienstag ist das Wetter wieder genial: Blauer Himmel, Sonnenschein und warm, aber nicht heiß. Ideales Wanderwetter, das genutzt werden muss: Wir erwandern das Tal mit dem Dörfchen Z’mutt und fahren am folgenden Tag hinauf aufs kleine Matterhorn (3883 m.ü.M.),

wo wir eine wunderbare Aussicht über mehr als 30 Viertausender genießen und das Matterhorn selbst nur noch ein Gipfel unter vielen ist. Wir laufen ein bisschen durch den Schnee, lassen uns vom Wind durchpusten, frieren, genießen die Aussicht und schauen im Gletscherpalast vorbei – ein Gletscher wurde im Inneren ausgehölt und ist begehbar. Ewiges, blau schimmerndes Eis und Gletscherspalten mal aus einer anderen Perspektive, von innen statt von oben, schon verdammt beeindruckend.
Am letzten Tag sind wir von der Sunnega über den Leisesee zum Stellisee zum Grünsee zur Riffelalp gewandert, wobei wir allerdings zweimal an ganz besonders tollen Plätzen pausiert haben: Erst auf Steinen in einem Gebirgsbach – eiskaltes und klares Wasser, eine Wohltat nach den warmen Wanderschuhen, und dann im Grünsee –PLATSCH!- im kalten Gebirgssee toben, spritzen, schwimmen und dann nichts wie weiter, denn dunkle Wolken sitzen ums im Rücken.

Ich mag Berge. Ich mag die Größe, in deren Angesicht der Mensch klein, machtlos und unbedeutend ist. Ich mag es, die enorme Schönheit und Rauheit der Natur zu erleben, die stärker ist als der Mensch. Ich mag es mich unter dem nahem Himmel frei zu fühlen, ich mag die Gipfelkreuze, die Kapellen am Wegrand, die zu jeder Tageszeit geöffnet sind und wo immer mal wieder jemand einkehrt, ich mag diese Welt, in der Gottes Anwesenheit konstant spürbar ist, wo er einfach im Alltag offensichtlich allgegenwärtig ist.
Hier kommt der Mensch nicht auf die Idee, dass er allzu viel Macht hat, zu sehr ist er auf gutes Wetter, auf keine Steinschläge, keine Lawinen und Moränen angewiesen. Hier ist der Mensch einfach nur Mensch.
Ein letzter Blick zurück auf die hohen Berge, aufs Matterhorn – und dann heißt es Abschied zu nehmen. Aus den Bergen hinfort, hinweg von den immer weißen Gipfeln.
So fahren wir dann nach Hause, die Berge sind aufgrund der Wolken nicht zu sehen, und die Zahnradbahn fährt immer weiter bergab.